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Die Intestinalflora

Eine gekürzte Fassung für Patienten & interessierte Besucher

Angelika Bräunlein

Nach einer Vorlage der Broschüre > Physiologie & Pathologie der Intestinalflora <

Autoren Dr. R. Schuler und A. Schuler

Für Ärzte / Veterinäre & Heilpraktiker steht eine ungekürzte Fassung mit

Tabellen auf Ihren Seiten bereit. Ein Download ist möglich.

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Die Intestinalflora und deren Einflüsse

auf den Gesamtorganismus.

 

 

Das Bronchialsystem und der Darm bieten durch ihre große Schleimhautoberfläche,

wenn sie geschädigt ist, Fremdkeimen (Bakterien, Viren etc.) einen idealen Zutritt zum

Gesamtorganismus.

Um dies auszuschließen, muß das schleimhautassoziierte Immunsystem intakt sein.

Eine physiologische (eubiotische) Darmflora spielt zur Aufrechterhaltung des primär

immunologisches Abwehrsystems eine wesentliche Rolle.

 

Die Normalbesiedelung des Darmes

 

Erstbesiedelung und Entwicklung der Normalflora

 

Der Fötus ist bis zur Geburt ein steriler Organismus. Er bietet durch seine relativ große

Oberfläche Mikroorganismen eine optimale Besiedelungsmöglichkeit an.

Während des Geburtsvorganges kommt es zur oralen Erstkontamination mit Keimen der

mütterlichen Vaginalflora, welche physiologisch vorwiegend aus Laktobazillen und

Bifidobakterienbesteht.

Eine eubiotische Erstbesiedelung setzt eine pathogenfreie mütterliche Vaginalflora voraus.

Physiologische Vaginalfloren sind selten und sollten bei der Schwangerschaftsvorsorge 

künftig mehr an Bedeutung gewinnen.

Bei einer vaginalen Fehlflora ist eine folgende Fehlflora des kindlichen Intestinums

bereits vorprogrammiert.

Nach dem Erstkontakt mit der Vaginalflora erfolgt der Kontakt mit der Perianalflora,

welche eine ähnliche Zusammensetzung wie die Faecalflora aufweist, wobei der Anteil an

sauerstoffempfindlichen Keimen deutlich reduziert ist.

Durch diese, ebenfalls während der Geburt über den Mund aufgenommenen Keime,

erfolgt eine Implantation der meisten Keime der späteren Dünn- und Dickdarmflora. Dieses

Stadium wird in der Literatur als Phase I bezeichnet und ist durch einen bestimmten

Kolonisationsablauf gekennzeichnet, wobei deutliche Unterschiede zwischen Brust- und

Flaschenkindern erkennbar sind.

Die, während der Besiedelungsphase I sich etablierende Flora stabilisiert sich während der

ersten zwei Wochen und bleibt zunächst erhalten (Phase II).

Die dritte Besiedelungsphase beginnt mit der Zufütterung weiterer Nahrung, und stellt für

die Intestinalflora eine kritische Phase dar, da Ballaststoffe zu einem grossen Teil ein

Nährsubstrat für Fäulniskeime bilden und somit zu Beschwerden wie Blähungen und Koliken

führen können, welche verbunden mit einem Anstieg des p-H Wertes über 5,8

auf dysbiotische Darmverhältnisse hinweisen.

Die Überlebensbedingungen für die physiol. Säuerungsflora (Laktobazillen, Bifidobakterien)

sind deshalb nicht optimal. Da die Ausbildung des Immunsystems eines längeren

Zeitraumes bedarf und die Zufuhr der Immunglobuline durch die Muttermilch nicht mehr

gewährleistet ist, können erste Kontakte mit potentiell pathogenen Keimen zu schwersten

Erkrankungen und auch zu schweren Schädigungen des schleimhautassoziierten

Immunsystems führen, wobei in Folge Allergien, Neurodermitis,

Nahrungsmittelunverträglichkeiten etc. nicht auszuschliessen sind.

Die Phase III der Keimflora des Mischköstlers ist ungefähr mit Ablauf des

zweiten Lebensjahres abgeschlossen.

Der Magen ist kaum besiedelt. Erst im Dünndarm befindet sich eine resistente Flora

bestehend aus Laktobazillen und in geringem Umfang aus Enterokokken

In Folge der Vergärung von Kohlehydraten durch die Laktobazillen erfolgt eine Absenkung

des p-H Wertes, wodurch wiederum das Aufsteigen der Dickdarmflora in den Dünndarm

verhindert wird.

Der Dickdarm ist, geprägt von einer grossen Artenvielfalt an Bakterien, der dichtest

besiedelte Ort des Intestinaltraktes. Die Gruppe der Bifidobakterien, welche neben

Eubakterien und Bacteroides den Hauptanteil der Intestinalflora repräsentieren, ist für die

Ansäuerung des Dickdarmlumens verantwortlich und verhindert somit eine

uneingeschränkte Vermehrung von Fäulnisbakterien.

Der Anteil an Enterokokken und E. coli beträgt nur max. 1% der Gesamtflora.

Jeder persistierende Anstieg der faecalen Coliflora über 1% deutet auf eine

Fäulnisdysbiose, verbunden mit einem deutlichen Anstieg des pH-Wertes hin.

 

Die Darmflora des älteren Menschen

 

Ursächlich kommen für die altersbedingten Floraveränderungen folgende Faktoren in

Betracht:

Störungen in der Nahrungsausnutzung (Gebissschäden, Störungen des gastroduodenalen

Systems), altersbedingte Veränderungen der Darmschleimhaut, Tonusabfall sowie eine

verzögerte Darmpassage.

Beschwerden wie Blähungen, Spasmen etc. oder Sekundärerkrankungen können auch eine

Altersdysbiose behandlungsbedürftig machen.

 

Wechselbeziehungen zwischen Wirt und Intestinalflora

 

Der Mensch bildet einen Lebensraum für weit über 1012 Bakterien (neben Viren, Protozoen,

Bakteriophagen, Hefen und anderen Pilzen), wobei der überwiegende Teil im

Verdauungstrakt lebt. Die Wechselwirkung zwischen den diversen Keimgruppen in .

Verbindung mit zahlreichen anderen Faktoren wird als Kolonisationsresistenz bezeichnet

 

Wechselwirkungen mit pathogenetischer Bedeutung

 

Dickdarmflora und Krebserkrankungen

Dickdarmcarcinom

Seit langem ist bekannt, daß in das Darmlumen mit der Gallensäure sezernierende Steroide

(Gallensäuren und Cholesterin ) im Dickdarm einem bakteriellen Umbau bzw. Abbau

unterliegen. Bereits 1940 vermutete man, dass Krebserkrankungen, insbesondere im

Dickdarmbereich durch den anormalen Abbau von Gallensäuren hervorgerufen werden

könnten. Hill und Drasar veröffentlichten bereits 1974 die ersten Daten über statistische

Beziehungen zwischen dem tägl. Konsum von Fett und tierischem Eiweiss und der

Häufigkeit von Coloncarcinomen.

 

Mammacarcinom

Auch hier bestehen deutliche Korrelationen zum Fett- und Eiweißkonsum.

HILL vermutete dass bei der Entstehung des Mammacarcinoms, auch der

Steroidstoffwechsel der  Intestinalflora von grosser Bedeutung ist. Bakterien des

Intestinums produzieren östrogene Steroide aus Steroiden der Gallenflüssigkeit.

Östrogene spielen bei der Entstehung des Mammacarcinoms zweifellos eine bedeutende

Rolle. Die Menge der Steroidsubstrate in der Gallenflüssigkeit ist abhängig von der

täglichen Fettaufnahme.

 

Rheumatische Erkrankungen

Eicosanoide werden aus der mehrfach ungesättigten Fettsäure Arachidonsäure gebildet

und sind massgeblich an Gelenksentzündungen beteiligt. Arachidonsäure wird dem Körper

ausschliesslich durch Nahrungsmittel tierischer Herkunft zugeführt.

Die Eicosanoidbildung ist ein oxydativer Prozess, der durch nicht steroidale

Antirheumatika, diverse Enzyme (Metalloproteine) und Antoxydantien gehemmt werden

kann.

Neben Omega-3-Fettsäuren, Vitamin C und E spielen die Supplemente Selen, Kupfer, Zink

und Eisen als Cofaktoren pro - und antioxydativ wirksamer Enzyme eine wichtige Rolle.

Zahlreiche Studien zeigen, dass Fasten (Nulldiät mit einer tägl. Zufuhr von 2 – 3 Litern

Flüssigkeit in Form von elektrolytreichen Getränken z.B. Gemüsesäfte, Molke oder

Mineralwasser) bei Patienten mit chronischer Arthritis, bereits nach zwei Tagen eine

Besserung der Arthriden bewirkt. Der Nahrungsentzug führt zu einem Abfall der

Eicosanoidbiosynthese auf ein Drittel des Ausgangswertes, wobei möglicherweise die

fehlende Arachidonsäurezufuhr aus der Nahrung die Ursache ist. Die Aufnahme der

üblichen Nahrung hingegen verursacht erneut Rezidive.

 

Die Fehlbesiedelung des Darmes durch Fremdkeime (Dysbiose)

Wie bereits erwähnt, besteht die physiologische Dünndarmflora vorwiegend aus

Laktobazillen und Enterokokken. Bei einer nicht intakten Dünndarmflora besteht die Gefahr,

dass sich Keime des Dickdarmbereiches Zugang zu den höheren Bereichen des

Dünndarmes verschaffen. Eine Fehlbesiedelung der Dünndarmes durch Fremdkeime führt  

stets zu pathologischen Veränderungen insbesondere des Bürstensaumepithels der

Dünndarmschleimhaut Durch die damit verbundene mangelnde Enzymaktivität erfolgt auch

eine Störung der Resorption wichtiger Nahrungsbestandteile ( Vitamine, Kohlehydrate,

Aminosäuren und Mineralstoffe )

 

Pathogenese einer Dysbiose:

1. Anatomische Veränderungen im Intestinaltrakt

   Morbus Crohn, Diverticulose (Duodenum, Jejunum), gastrointestinale Fisteln etc.

2. Motalitätsstörungen

   z. B. verursacht durch abdominelle Bestrahlung, Medikamente wie Laxantien,

   Antibiotika(1)etc.

3. Andere Ursachen:

   Zöliakie bzw. Sprue, exokrine Bauchspeicheldrüsenunterfunktion(2), Laktoseintoleranz,

     Stressfaktoren, Gebissschäden etc.

 

(1) Oral verabreichte Antibiotika verursachen je nach Art, Menge und Wirkungsspektrum

eine gewisse Beeinträchtigung der natürlichen Darmflora, wobei durch den Anstieg des

pH-Wertes das Wachstum von Fäulniskeimen forciert wird.

(2) Eine exokrine Bauchspeicheldrüsenunterfunktion kann nicht nur Ursache, sondern auch

eine temporäre Begleiterscheinung einer Dysbiose sein, welche bei Änderung der

Ernährungsgewohnheiten und einer nahezu eubiotischen Darmflora durchaus reversibel ist.

Folgende Symptome liefern recht sichere Hinweise auf eine Fehlbesiedelung: Chronisch

durchfällige Stühle, Fettstühle, Zwerchfellhochstand (sofern keine anderweitige Ursache

erkennbar ist), ein rasch nach den Mahlzeiten einsetzendes Völlegefühl, häufige Blähungen

oft verbunden mit Flatulenzen (Blähbauch), Disaccharidintoleranz, sowie neurologische

Symptome wie Schwächegefühl und Koordinationsstörungen.

Eine bakteriologische Stuhluntersuchung kann auch ein wichtiger Anhaltspunkt für eine

Dysbiose des Dünndarmes sein, da oftmals nur wenig oder keine Laktobazillen

nachweisbar sind, obwohl der Wassergehalt der Stuhlprobe hoch ist, und somit für die

Laktobazillen während der Dickdarmpassage günstige Überlebensbedingungen bestanden.

Die dysbiotische Besiedelung des Dickdarmes weist in der Regel ebenfalls eine Abnahme

der physiologischen Bakterienarten auf.

 

Ernährungshinweise:

Grundsätzlich sollte die Ernährung leicht verdaulich, ballaststoff – und fettarm sein um die

meist schon vorgeschädigte Darmschleimhaut zu schonen, und um außerdem der

Fehlflora zusätzliche Nährstoffe zu entziehen.

 

1. Pfannengerichte:

Eine Überhitzung des Fettes ist zu vermeiden, da damit eine Förderung  des Gallenflusses

einhergeht. Manche Darmbakterien können Galle verwerten und durch die entstehenden

Stoffwechselprodukte Durchfälle auslösen.

 

2. Fette:

Zum Kochen eignen sich gute, kalt gepresste Pflanzenöle. Butter sollte nicht zum Braten

verwendet werden. Frische Butter hingegen über gekochtes oder gedünstetes Gemüse

zerlassen, verbessert den Geschmack und ist gut verträglich. Gehärtete Fette (Margarine,

Butterschmalz Schweineschmalz und Rindertalg) enthalten langkettige Fettsäuren und

sind aufgrund der starken Gallenbelastung nicht empfehlenswert.

 

3.Gemüse:

Rohes, insbesondere verholztes Gemüse kann von den Verdauungssäften nicht

aufgeschlossen werden, so dass auch die darin enthaltenen Vitamine nicht resorbiert

werden können. Der Fäulnisanteil der Darmflora aber ist in der Lage diese groben

Pflanzenanteile zu verdauen! Gekochtes oder gedünstetes Gemüse kann hingegen vom

menschlichen Organismus gut ausgenutzt werden.

Zu meiden sind Kohlsorten (ausser Blumenkohl, Brokkoli und zarte Kohlrabi) und

Hülsenfrüchte, da diese leicht zu Blähungen führen können.

 

4. Rohkostarten:

Blattsalate (Feld-, Kopf-, Endiviensalat, Ruccola), Chicoree, Tomaten, fein geriebene

Karotten und Sprossen (reich an Spurenelementen) sind gut verdaulich.

 

5. Obst:

je nach Geschmack und Verträglichkeit. Steinobst führt bekanntlich zu Blähungen und

sollte in nicht zu großen Mengen verzehrt werden.

 

6. Getreideerzeugnisse:

grob geschrotetes Vollkornbrot, sowie jegliche Art von Müslis sind zu vermeiden, da die

relativ  grossen Bruchstücke der Körner das feine Epithel der Darmschleimhaut verletzen.

 

7. Zucker:

Grundsätzlich sind Milchzucker und alle milchzuckerhaltigen Lebensmittel zu meiden.

Rohrzuckerhaltige Nahrungsmittel sollten auch nur in Massen genossen werden, da Zucker

sowohl Calcium als auch Thiamin (Vitamin B1) bindet und dem Körper somit entzieht.

Als Ersatz bei Zuckerunverträglichkeit dienen Honig und Ahornsirup, sowie die

Monosaccharide Dextrose und Fructose.

 

8. Tierische Nahrungsmittel :

zu bevorzugen sind helle und zarte Fleischsorten wie Geflügel, Kalb und Schwein als auch

Fisch. Dunkle Sorten wie Hammel, Wild und Rind sowie grobfaseriges Schweinefleisch

werden beim Kauen nur zerquetscht, so dass die unzerkleinerten Fasern von den

menschlichen Verdauungssäften nur teilweise aufgeschlüsselt werden und deshalb von

den Fäulnisbakterien des Intestinaltraktes verstoffwechselt werden können.

Sowohl das Fleisch als auch der Fisch sollte nur leicht angebraten oder gedünstet

zubereitet werden. Von panierten oder gegrillten Gerichten ist abzuraten.

 

9. Milchprodukte:

Milch ist ein wertvoller Mineralstofflieferant, aber für viele Menschen aufgrund einer

Laktoseintoleranz unverträglich. Sauermilchprodukte (Quark, Kefir, Joghurt und Käse) sind

empfehlenswert, da sie bedingt durch den niedrigen pH-Wert einen positiven Einfluss auf

die Säuerungsflora des Darmes ausüben, zumal Laktose durch die darin enthaltenden

Milchsäurebakterien bereits aufgespalten ist und deshalb keine Belastung für den

menschlichen Organismus darstellt.

 

Die Substitutionstherapie

mit lebenden Mikroorganismen

 

Die klinischen Erfahrungen zeigen schon seit langem, dass die Aufrechterhaltung

eubiotischer Floraverhältnisse von wesentlicher Bedeutung für den Gesamtorganismus ist.

Man hat daher schon recht früh versucht durch orale Zufuhr von Darmkeimen das Milieu im

Darm günstig zu beeinflussen. Lange Zeit galten E.coli - Stämme als wichtigste Vertreter

der physiologischen Darmflora. Andere Keimgruppen waren weder diagnostisch noch

therapeutisch von Bedeutung.

Wie schon erwähnt, weiss man heute, dass Bacteroides, Eubakterien und Bifidobakterien 

innerhalb der Dickdarmflora nicht nur zahlenmäßig eine dominierende Position einnehmen,

sondern sie sind wie die Laktobazillen im Dünndarm, im Dickdarm von ausserordentlicher

Bedeutung.

Der Schwerpunkt der Substitutionstherapie hat sich inzwischen auf die apathogenen

Keimgruppen der Laktobazillen und Bifidobakterien verlagert. Eine erfolgreiche

Ansiedelung von E.coli nach oraler Substitution ist nicht möglich, da komplexe Faktoren

wirksam sind, die bei einer Invasion körperfremder Serotypen deren dauerhafte

Ansiedelung im Darm verhindern.

Anders verhält es sich bei einer Substitution mit säuretoleranten Laktobazillen und

Bifidobakterien. Laktobazillen gehören sowohl der wandständigen als auch der Lumenflora

des Dünndarmes an, wobei die Assoziation mit der Dünndarmschleimhaut nicht sehr

ausgeprägt ist, da sie als nichtinvasive Keime über einen Haftmechanismus verfügen,

welcher sich deutlich von dem der invasiven Keime wie E.coli unterscheidet.

Unter Aufnahme grosser Mengen lebender Laktobazillen wird ein Teil jener bakteriellen

Enzyme in vermindertem Umfang über den Stuhl ausgeschieden, welche direkt oder

indirekt bei der Bildung carcinogener oder cocarcinogener Verbindungen beteiligt sind.

Über die Ausgangssituation und Zielsetzung der Behandlung muß weitgehende Klarheit  

bestehen.Erstere ergibt sich aus der Erhebung einer gründlichen Anamnese, die auch

Ernährungsgewohnheiten des Patienten beinhalten muß, sowie dem Ergebnis einer

detaillierten Analyse der Faecalflora.

Erst dann kann beurteilt werden, ob substituiert werden muss, welche Mikroorganismen

verabreicht werden sollten (und welche nicht!!), und welche flankierenden Massnahmen

(diätetischer oder medikamentöser Art) erforderlich, zulässig oder kontraindiziert sind.     

Zweck einer Faecalfloraanalyse darf nicht nur die Aufdeckung dysbiotischer Verhältnisse     

sein; es muss auch an Hand des Differenzierungsbefundes der Laktobazillen- und

Bifidoflora die Zusammensetzung der Symbiontenkulturen ermittelt werden.

Nur so kann ein therapeutischer Effekt erwartet werden!

Das Ergebnis der bakteriologischen Stuhluntersuchung gibt oftmals wichtige Hinweise in

Hinblick auf die Ernährung. Das ständig steigende Angebot der Nahrungsmittelindustrie an

Fertigzutaten und -gerichten verlockt natürlich, die Arbeit in der Küche auf ein Minimum zu

reduzieren, was aber für den Erhalt, geschweige für den Aufbau eines physiologischen

Darmmilieus unzuträglich ist. Das gleiche gilt für all zu häufige Restaurantbesuche.

Um Überleben zu können ist der Körper auf die in ihm lebenden physiologischen

Mikroorganismen angewiesen. Ein konstantes und ausgeglichenes Wechselspiel zwischen

beiden ist deshalb für das Wohlbefinden und die Gesundheit, sowohl beim Menschen als

auch beim Tier von höchster Bedeutung.

 

 A. Bräunlein c.o. PROBIOS

 

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